Nationales Naturerbe "Standortübungsplatz Saarburg"

2017 wurden ca. 137 ha des früher von den französischen Streitkräften genutzten Truppenübungsplatzes Saarburg an die NABU-Stiftung Nationales Naturerbe übertragen. Durch die militärische Nutzung bildete sich auf der Hochfläche ein vielfältiges Mosaik unterschiedlicher Biotoptypen heraus. Es beinhaltet Magerwiesen, verbuschte Streuobstwiesen, Wiesenbrachen, Gebüschgruppen, Waldinseln, Einzelbäume sowie Laubmischwald. Quellaustritte und durch Kettenfahrzeuge verursachte Bodenverdichtungen sorgten für periodische und permanente Kleingewässer. In den Hängen befinden sich Bunkeranlagen des Westwalls.

 

Heute werden die Offenlandbereiche in Kooperation mit dem Integrationsbetrieb "Hofgut Serrig" beweidet. Robuste Taurusrinder und Konikpferde sorgen ganzjährig durch Tritt und Verbiss für die Landschaftsgestaltung der Fläche und halten sie für den Naturschutz offen.

Besondere Bedeutung

Amphibien

Die temporären Gewässer bieten Laich- und Aufenthaltsgewässer der bedeutendsten Gelbbauchunkenpopulation im ehemaligen Regierungsbezirk Trier.

 

Fledermäuse

Die Übergangsbereiche von Offenland und Wald dienen der Großen Hufeisennase als Jagdgebiet. In den Bunkeranlagen des Westwalls sowie in angrenzenden Stollen überwintern die seltenen Fledermäuse.

 

Insekten

In den natürlichen Waldbereichen kommen die Urwaldreliktarten Juchtenkäfer, Veilchenblauer Wurzelhalsschnellkäfer und Eichenbock vor.

Gelbbauchunke Foto: NABU/Bruno Scheel
Gelbbauchunke Foto: NABU/Bruno Scheel
Große Hufeisennase     Foto: NABU/Dietmar Nill
Große Hufeisennase Foto: NABU/Dietmar Nill

Lage

Die Naturerbefläche ist Teil des 2.249 ha großen FFH-Gebietes "Serriger Bachtal und Leuk und Saar" und liegt südöstlich von Saarburg.

"Manfred-Weishaar-Weg"

Ein 4 km langer Rundweg führt Interessierte um die beweideten Naturerbeflächen. Er ist nach dem Naturschützer und Fledermausforscher Manfred Weishaar (1941-2022) benannt, der in der Region Trier gewirkt hat.